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Interpret:
Lee Hazlewood
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"Eine der großen Schattenfiguren der Popgeschichte", schreibt die New York Times 1999 über Lee Hazlewood, nachdem er, einer der großen Produzenten der 60er Jahre, vier Jahre zuvor wieder ins Business eingestiegen war und überall für entzückte Reaktionen sorgte. Es war die Wiederauferstehung eines Musikers, sich für fast 20 Jahre praktisch unsichtbar gemacht hatte.
1929 in Oklahoma geboren, dient er erst als Soldat in Korea und studiert anschließend in Kalifornien. Seine Karriere beginnt Mitte der 50er Jahre als Radio-DJ im heimischen Oklahoma, später in Phoenix, Arizona, wo er als erster Elvis sendet. Nebenbei gründet er eine Produktionsfirma, schreibt Lieder und nimmt sie mit den jungen Gitarristen Al Casey und Duane Eddy auf.
Erfolg erzielt er damit nur auf lokaler Ebene, 1957 zieht er jedoch nach Los Angeles, um Vollzeitproduzent und -songschreiber zu werden. Sein Stil: tiefe, vibrierende Gitarrenakkorde und ein hallender, wummernder Bass. Um den Klang zu verstärken, baut er ein Silo an das Studio an und stattet es mit Lautsprechern und Mikrophonen aus. Das Ergebnis ist eine frühe "Wall Of Sound" - nicht zufällig ist der spätere Produzentenstar Phil Spector zeitweise ein Mitglied seines Teams.
Trotz einiger Hits und eigenwilliger Instrumentalstücke wird Hazlewood 1964 vom Erfolg der Beatles weg gefegt. Die Schmach ist so groß, dass er sich aus dem Geschäft zurück zieht. Schon ein Jahr später nimmt er sich jedoch der bis dahin erfolglosen und als untalentiert angesehenen Nancy Sinatra an. Mit dem Ruhm ihres Vaters spielend, schreibt er ihr doppeldeutige Lieder auf den Leib und macht aus ihr einen Charterfolg. Auf "These Boots Are Made For Walking" folgen die Duette "Jackson" und "Some Velvet Morning", für "Somethin' Stupid" finden sogar Vater und Tochter gemeinsam hinters Mikrophon. Hazlewoods Karriere ist auf dem Höhepunkt, er produziert auch für Dean Martin und tritt als Schauspieler in einigen Filmen auf.
1970 zieht es ihn nach Schweden, wo er bei mehreren Filmprojekten mitarbeitet. Er beginnt, seine Lieder mit einfacher Gitarrenbegleitung aufzunehmen. Das Ergebnis sind Alben wie "Requiem For An Almost Lady" und "13", die eher introspektiv, wenn nicht deprimierend wirken und im Nachhinein zu seinem Vermächtnis werden. Bei Sammlern begehrt, werden sie Teil eines Hazlewood-Mythos, der sich vor allem dadurch nährt, dass Hazlewood sich Ende der 70er erneut aus der Musikszene zurückzieht und seine Aufnahmen schwer zu finden sind.
1995 ist er plötzlich wieder da, als er mit Nancy Sinatra einige Konzerte gibt. Es ist eine Rückkehr in großem Stil: 1999 ist er Headliner bei Nick Caves Meltdown Festival in der Londoner Royal Albert Hall, anschließend widmet er sich der Veröffentlichung eines Albums mit neuen und weniger bekannten Stücken, das 2002 mit dem Titel "For Every Solution There's A Problem" auf den Markt kommt. Gleichzeitig erscheint auch eine Tribute-CD, auf der unter anderen Lambchop, Calexico, Tindersticks, Evan Dando und Kid Loco vertreten sind. Für 2002 ist außerdem eine Europa-Tournee in Planung.
2002 To Every Solution There Is A Problem 1977 Back On The Street Again 1977 Movin' On 1976 20th Century Lee 1975 A House Safe For Tigers 1974 The Stockholm Kid Live At Berns 1973 I'll Be Your Baby Tonight 1973 Poet, Fool Or Bum 1972 13 1971 Requiem For An Almost Lady
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Eingetragen |
17.Jul.2002 11:07:38 |
Letzer Aufruf |
16.Dec.2004 11:12:30 |
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