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Interpret:
Jello Biafra
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Spätestens 1987, auf der Höhe der gerichtlichen Auseinandersetzungen um ein Plakat des Schweizer Künstlers und Alienerfinders H.R. Giger, das der Dead Kennedys Platte "Frankenchrist" beigelegt war und den Unmut christlich-konservativer Amerikaner erregte, war Leadsinger Jello Biafra so bekannt wie ein bunter Hund. Viele sahen in ihm einen der wortgewandtesten Verteidiger, den die Meinungsfreiheit in den USA je hatte. Mit seiner Meinung hatte Eric Boucher, der in Boulder Colorado zur Welt kam, und sich später Jello Biafra nannte, aber auch schon früher meist nicht lange Hinter dem Berg gehalten.
1978 gründete er in San Francisco die Punkband Dead Kennedys, die sich schnell eine treue Anhängerschaft erspielten. Nicht zuletzt aufgrund der intelligenten Texte von Sänger Jello Biafra, in welchen dieser mit Zynismus, Ironie, Humor und Respektlosigkeit der amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vorhielt. Bis zu ihrem Splitt 1987 veröffentlichten die Dead Kennedys zahlreiche Alben, von denen ihr Debut "Fresh Fruit For The Rotting Vegetables" heute als absolutes Must have gelten kann.
Nach dem Ende der Dead Kennedys zeigte sich Biafra auch in der Folge als umtriebiger Zeitgenosse mit vielen Talenten. Mit "Alternative Tentacles" hatte er bereits zu Zeiten der Dead Kennedys ein Label geschaffen, dessen Einfluss auf den amerikanische Underground nicht hoch genug geschätzt werden kann. Als das 100. Release anstand, gaben sich Bands wie Faith No More, Alice Donut, L7 und Napalm Death die Klinke in die Hand und erwiesen Biafra mit Coverversionen "seiner" Dead Kennedys die Ehre.
Aber auch selbst blieb der erklärte Heinofan Biafra musikalisch aktiv. Während seine Kooperationen mit den Ministry Mitgliedern Al Jourgensen und Paul Barker unter dem Namen Lard sowie Veröffentlichungen zusammen mit D.O.A. und No Means No sich eher in bekannten Sphären bewegten, ging Biafra mit seinen Spoken-Word-Platten neue Wege. 1994 hätte ihn "Prairie Home Invasion", eine Zusammenarbeit mit Mojo Nixon, um ein Haar in den Country-Himmel eingehen lassen.
Doch auch auf Erden wird es Biafra kaum langweilig. Jello Biafra wäre nicht Jello Biafra, wenn er sich nicht immer wieder an den ihn umgebenden Verhältnissen stören würde. 1979 tat er dies, als er für den Bürgermeisterposten in San Francisco kandidierte und immerhin auf den vierten Platz kam. 2000 tauchte Biafra wieder im Scheinwerferlicht der Politik auf und verkündete seine Bereitschaft, als Präsidentschaftskandidat der Green Party gegen George W. Bush und Al Gore anzutreten, unterlag dann aber Ralph Nader.
Vielleicht steht sogar eine Reunion der Dead Kennedys unmittelbar bevor. Biafras Ex-Band-Kollegen touren anno 2001 wieder als Dead Kennedys durch die Lande. Mit großem Erfolg wie man munkelt. Aber Jello Biafra wäre nicht Jello Biafra, würde er machen was alle von ihm wollen.
2000 Become The Media 1994 Will The Fetus Be Aborted 1994 Prairie Home Invasion 1991 Die For Oil Sucker/Pledge Of Allegiance 1991 Sky Is Falling & I Want My Mommy 1991 I Blow Minds For A Living 1990 Last Scream Of The Missing Neighbors 1989 High Priest Of Harmful Matter 1987 No More Cocoons
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Eingetragen |
17.Jul.2002 11:07:38 |
Letzer Aufruf |
09.Jun.2003 16:06:15 |
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